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Zahl der Todesopfer durch Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz bei mindestens 45

Copyright AFP/Archiv JENS SCHLUETER

Bei einer der größten Unwetterkatastrophen der Nachkriegszeit in Deutschland sind in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mindestens 45 Menschen gestorben. Dazu galten dutzende Menschen am Donnerstag als vermisst. Da an vielen Orten das Strom- und Telefonnetz ausfiel und Rettungseinsätze noch liefen, blieb die Lage unübersichtlich. Mehrere Kreise in der Eifel riefen Katastrophenalarm aus. Die wirtschaftlichen Schäden ließen sich noch nicht beziffern.

Besonders stark betroffen waren der Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 19 Toten und das südlich von Köln gelegene Kreis Euskirchen mit 15 Toten, wie die zuständigen Polizeistellen jeweils mitteilten. Teilweise konnten die Toten noch nicht geborgen werden.

Das Ahrtal galt als von der Außenwelt abgeschnitten. Die Gegend sei über keine Zufahrtsstraße mehr zu erreichen, teilte die Polizei mit.

In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der bestätigten Todesfälle bis zum späten Donnerstagnachmittag bei insgesamt 26. Außer den 15 Verstorbenen im Bereich Euskirchen starben drei Menschen in Rheinbach. Zudem gab es Tote in Köln, im Kreis Unna, in Altena, in Geilenkirchen und in Solingen. Dazu könnten angesichts der vielen Vermissten noch weitere Tote kommen. Auch im benachbarten Belgien starben mindestens vier Menschen.

Die Zahl der Toten in den zwei Bundesländern lag damit noch während der laufenden Rettungsmaßnahmen bereits mehr als doppelt so hoch wie beim sogenannten Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002, bei dem in Deutschland 21 Menschen starben. 

Die Folgen der Hochwasserkatastrophe blieben im Verlauf des Donnerstags in vielen Orten unübersichtlich, weil Strom- und Telefonleitungen ausgefallen waren. Es spielten sich aber immer wieder dramatische Szenen ab. So flüchteten zahlreiche Menschen auf die Dächer ihrer Häuser.

Die Polizei setzte Hubschrauber ein, um die Menschen an Seilwinden von den Dächern zu retten. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 15.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Bundeswehr vor Ort.

Rund 500 Bundeswehrsoldaten leisteten Amtshilfe in sechs Landkreisen der beiden Bundesländer, wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums den Funke-Zeitungen sagte. Zum Einsatz kamen demnach zwei Hubschrauber, 25 Lastwagen, zwölf Krankenwagen, zehn Radlader und zwei Bergepanzer.

Im besonders stark betroffenen Ort Schuld im Landkreis Ahrweiler in der Eifel wurden einem Polizeisprecher zufolge vier Häuser komplett von den Fluten weggespült. Zwei weitere Häuser seien zur Hälfte weggespült worden, andere Gebäude in dem kleinen Ort „erheblich“ beschädigt worden. 

Mehrere Menschen starben in überfluteten Kellern. In Nordrhein-Westfalen kamen zwei Feuerwehrmänner im Einsatz in Altena und Werdohl ums Leben. In Altena war die Feuerwehr am Mittwochabend im Einsatz, um einen ins Wasser geratenen Mann zu retten. Dabei fiel ein 46-jähriger Feuerwehrmann selbst ins Wasser und wurde abgetrieben, er sei kurze Zeit später tot geborgen worden. 

Die Polizei bat in allen betroffenen Landkreisen um Hinweise der Bevölkerung auf Vermisste. Gleichzeitig rief sie aber auch dazu auf, die betroffenen Orte zu meiden. Wiederholt behinderten Schaulustige die Rettungseinsätze, außerdem musste die Polizei Plünderer fernhalten.

Besonders angespannt war die Lage in Nordrhein-Westfalen unter anderem in Hagen sowie in Wuppertal, wo eine Talsperre überlief. Nahe der Steinbachtalsperre in Euskirchen sollten mehrere Ortschaften evakuiert werden. In der Stadt Trier und im Landkreis Trier-Saarburg mussten mehrere hundert Menschen ihre Wohnungen verlassen. In Leverkusen und Trier wurden Krankenhäuser evakuiert.

Der wirtschaftliche Schaden des Unwetters ließ sich noch nicht beziffern. Da eine ganze Reihe von Straßen und Brücken und auch Bahnlinien betroffen waren, dazu zahlreiche Häuser und auch Handwerksbetriebe zerstört wurden, dürften auch die wirtschaftlichen Auswirkungen massiv sein.

Quelle: AFP

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