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Wirtschaft warnt vor Folgen von zweitem Corona-Lockdown

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Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen hat die Wirtschaft vor erneuten umfassenden Corona-Einschränkungen gewarnt und die Bevölkerung zur Einhaltung der Schutzregeln aufgerufen. „Ein zweiter Lockdown hätte für die sich langsam wieder erholende deutsche Wirtschaft fatale Auswirkungen“, sagte Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI). Der Einzelhandel warnte vor Nachlässigkeit und mahnte die Kunden, Hygieneregeln einzuhalten. Die meisten Verbände begrüßten zwar die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse zu den weiteren Corona-Maßnahmen. Massive Kritik gibt es jedoch weiterhin an den Beherbergungsverboten.

„Die Wirtschaft muss davon ausgehen können, dass ein flächendeckender Lockdown ausgeschlossen werden kann“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ laut Vorabmeldung vom Donnerstag. Für das kommende Jahr fehlten schon jetzt wichtige Auftragseingänge, sagte Lang. Darunter leide die stark exportabhängige deutsche Industrie besonders. „Planungssicherheit und Vertrauen sind unerlässlich für Unternehmen wie Beschäftigte.“

Ein zweiter Lockdown mit Geschäftsschließungen wäre der derzeitigen Lage in der Pandemie „nicht angemessen“, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland (HDE), der „Augsburger Allgemeinen“. „In dieser Phase geht es darum, nicht nachlässig zu werden.“

Zugleich richtete Genth wenige Wochen vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts mahnende Worte in Richtung der Kunden. „Der Handel appelliert deshalb an seine Kunden, sich auch in den kommenden Wochen an die Hygieneregeln und die Maskenpflicht zu halten“, sagte er. „Im Kampf gegen das Virus sind wir alle gemeinsam gefordert.“

Genth begrüßte zudem, dass beim Bund-Länder-Treffen vom Mittwoch keine weiteren Verschärfungen für den Handel in Hotspot-Regionen beschlossen wurden. „Die neu vereinbarten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben zurecht den Einzelhandel außen vor gelassen.“

Das Handwerk begrüßte die Beschlüsse ebenfalls. Die neuen Regelungen ließen den „gemeinsamen Willen aller politischen Verantwortungsträger“ erkennen, eine zum derzeitigen Geschehen passende Balance zu finden zwischen Gesundheitsschutz und Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens, erklärte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Um die Pandemie zu kontrollieren forderte Wollseifer, lokale Gegebenheiten zu berücksichtigen und ein „weitestgehend einheitliches und mithin für alle Bürger überschaubares und transparentes Vorgehen“. Nur so könne die „gesamtgesellschaftliche Akzeptanz“ für die Maßnahmen gewährleistet werden.

Kritik äußerte er dagegen am Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten in mehreren Bundesländer. Dabei handle es sich um „intransparente und im Einzelnen vor Ort kaum umsetzbare Instrumente“. Diese bergen laut Wollseifer die Gefahr, die Zustimmung der Bevölkerung zu den übrigen Maßnahmen zu schwächen.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) bezeichnete es als „völlig inakzeptabel und nicht nachvollziehbar“, dass sich Bund und Länder nicht auf eine gemeinsame Haltung bei Beherbergungsverboten verständigt hatten. „Beherbergungsverbote entsprechen nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“, erklärte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Er rief die Länder auf, die Verbote bis zur nächsten geplanten Bund-Länder-Runde am 8. November auszusetzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Mittwoch eine Reihe von zusätzlichen Maßnahmen im Kampf gegen die sich wieder ausweitende Corona-Pandemie vereinbart. Unter anderem sind zusätzliche Maskenpflichten, stärkere Kontaktbeschränkungen und Sperrstunden vorgesehen, wenn die Infektionszahlen in einer Region bestimmte Schwellen überschreiten.

© Agence France-Presse




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