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Wie Sie Säuglingsmilchnahrung aus dem Handel zubereiten

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Die Anleitung
Auf jeder Packung finden Sie Anweisungen für die Zubereitung. Halten Sie bitte die angegebenen Mengenverhältnisse von Milchpulver und Wasser genau ein. Die Messbecher oder Messlöffel dürfen nicht gehäuft werden. Am besten streichen Sie mit einem Messerrücken darüber. Bei zu viel Pulver ist der Nährstoffgehalt zu konzentriert, was den Wasserhaushalt und die Nieren des Babys belasten kann. Legen Sie häufig zu viel zu, legt auch Ihr Kind mehr und mehr zu. Es wird überernährt. Bei zu wenig Pulver
oder zu viel Wasser kann dagegen Unterernährung entstehen.

Nehmen Sie zur Zubereitung nur frisch aus der Leitung entnommenes kaltes Fließwasser, d. h., lassen Sie das Wasser, das gewöhnlich in der Leitung steht, zunächst ablaufen. Verwenden Sie keine haushaltsüblichen Wasserfilter, da hierdurch die Keimzahl und Konzentration von Fremdstoffen erhöht werden könnten. Das auf max. 40 °C erwärmte Wasser wird wie angegeben mit dem Milchpulver in der geschlossenen Flasche aufgeschüttelt und vermischt. Die Trinktemperatur entspricht der Körpertemperatur, d. h. 37 °C. Prüfen Sie die Wärme des Fläschchens, indem Sie es an Ihre Wange halten oder an der Innenseite Ihres Unterarmes.

Foto: Pexels

Das richtige Wasser
Im Allgemeinen ist das Leitungswasser in Deutschland für Säuglingsnahrung gut geeignet. Nur in wenigen Gegenden oder bei Privatbrunnen kann der Nitratgehalt über 50 mg pro Liter liegen. Bei Zentralversorgung gibt das Wasserwerk Auskünfte. Be Privatbrunnen können Sie das Gesundheitsamt mit einer Prüfung beauftragen. In Regionen, in denen
Urangehalte deutlich über 10 ug/l bzw. 15 ug/ (WHO-Richtwert) gemessen wurden, sollte Säuglingsnahrung vorsorglich mit abgepackten Wässer.

Blei im Trinkwasser
Blei ist ein giftiges Schwermetall, das sich in Wasser löst und insbesondere bei Kleinstkindern bleibende gesundheitliche Schäden auslösen kann. Aufgrund neuer Grenzwerte für Blei sind Bleileitungen nicht mehr zulässig. Wasser, das durch Bleileitungen geleitet wurde, darf deshalb grundsätzlich nicht für die Ernährung von Säuglingen verwendet werden. Kupferleitungen sind in der Regel unbedenklich, mit Ausnahme von Fällen, in denen das Wasser einen sehr niedrigen pH-Wert (Säuregehalt) hat. Lassen Sie sich in diesem Fall von Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin beraten.

TIPP: Informationen über die Qualität des Leitungswassers und über Untersuchungsmöglichkeiten erhalten Sie bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt.

Die wichtige Hygiene

Bei fertiger Säuglingsmilchnahrung kaufen Sie eine hohe Hygienesicherheit mit. Sie bleibt nur dann erhalten, wenn Sie die Flasche unmittelbar vor der Mahlzeit fertig machen, möglichst mit frisch gewaschenen Händen. Verwenden Sie nur frisch aus der Leitung entnommenes Leitungswasser und erwärmen Sie es für die Zubereitung auf max. 40 °C (siehe oben). Wenn Sie für Säuglingsnahrung zugelassenes Mineralwasser verwenden, bewahren Sie die angebrochenen Wasserflaschen im Kühlschrank auf und kochen Sie dieses Wasser dann bei der Weiterverwendung vorher ab. Reste von Fertigmilch dürfen nicht wieder verwendet werden und sollten sofort weggeschüttet werden. Vermeiden Sie es, selber an der Flasche zu trinken, zum Beispiel um die Temperatur zu überprüfen. Hierdurch können Sie Kariesbakterien auf Ihr Kind übertragen – selbst wenn es noch keine
Zähne hat.

Keine Zubereitung auf Vorrat
Bereiten Sie immer nur die erforderliche Menge unmittelbar vor der Mahlzeit zu.
Trotz größter Sorgfalt können sich Bakterien in der Milch vermehren. Bakterien
bilden Gifte (Toxine). Nitrat kann sich in Nitrit umwandeln. Auch für unterwegs
sollten Sie fertige Flaschennahrung nicht in Wärmebehältern aufbewahren. Bes-
ser ist es, abgekochtes Wasser in einer Thermoskanne und die richtige Pulver-
menge in der ausgekochten Flasche separat mitzunehmen.

(js)

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