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US-Gericht setzt nach 13 Jahren Vater von Britney Spears als Vormund ab

Fans von Britney Spears vor dem Gerichtsgebäude
Copyright JIJI PRESS/AFP/Archiv STR

Die US-Popsängerin Britney Spears hat sich nach 13 Jahren von der Vormundschaft ihres Vaters befreit. Ein Gericht in Los Angeles setzte am Mittwoch (Ortszeit) Spears’ Vater Jamie mit sofortiger Wirkung als Vormund ab und bestimmte als vorläufigen Ersatz den Buchhalter John Zabel. Dies sei “im besten Interesse” der 39-Jährigen, sagte Richterin Brenda Penny. Zur endgültigen Beendigung der Vormundschaft findet Mitte November eine Anhörung statt.

Richterin Penny bezeichnete die bisherige Vormundschaftsregelung im Fall Spears als “unhaltbar”. Jamie Spears müsse “alle Vermögenswerte” seiner Tochter übergeben.

Weder Britney Spears noch ihr Vater waren bei der gut zweistündigen Gerichtsanhörung anwesend. Britneys Anwalt Mathew Rosengart hatte vor der Entscheidung der Richterin in einem emotionalen Plädoyer für das Recht auf Selbstbestimmung seiner Mandantin geworben.

Jamie Spears sei ein “grausamer, toxischer und missbrauchender Mann”, der seine Mandantin in einen “kafkaesken Alptraum” gestürzt habe, sagte Rosengart. “Britney verdient es, morgens aufzuwachen, ohne dass ihr Vater ihr Vormund ist.”

Die Vormundschaftsregelung selbst bleibt zunächst bestehen. Laut dem Urteil der Richterin könnte der vorübergehende Vormund Zabel bis Ende des Jahres in dieser Funktion bleiben. Auf Antrag von Spears’ Anwalt wurde für den 12. November eine Gerichtsanhörung zur vollständigen Aufhebung der Vormundschaft angesetzt. Bei einer weiteren Anhörung am 13. Dezember sollen finanzielle Belange und weitere Details geklärt werden.

Diese soll der Sängerin auch die Möglichkeit eröffnen, einen Ehevertrag mit ihrem Verlobten Sam Asghari zu schließen. Asghari bejubelte die Gerichtsentscheidung im Onlinedienst Instagram. “Free Britney!”, schrieb er. Dazu veröffentlichte er ein Foto, das ihn offenbar dabei zeigt, wie er der 39-Jährigen eine Rose überreicht. 

“Free Britney” (Befreit Britney) ist ein Slogan, der in dem Vormundschaftsstreit um Britney Spears von vielen Unterstützern der Sängerin verwendet wird. Auch vor der Gerichtsanhörung am Mittwoch hatten sich dutzende Fans der Sängerin vor dem Gerichtsgebäude mit “Free Britney”-Plakaten versammelt. Einige forderten auf Schildern zudem “Jail Jamie” (Verhaftet Jamie). 

Die Sängerin von Hits wie “Baby One More Time”, “Oops! … I Did It Again” und “Toxic” war 2008 wegen psychischer Probleme vorübergehend in eine Klinik zwangseingewiesen worden. Der Vater übernahm daraufhin die Vormundschaft über seine Tochter und damit neben der Verwaltung ihrer persönlichen Belange auch die Kontrolle über ihr Vermögen. Zuletzt war er nur noch für finanzielle Angelegenheiten zuständig.

Im August war es Spears gelungen, mit Rosengart einen eigenen Anwalt zu beauftragen. Jamie Spears beantragte daraufhin ein Ende der gerichtlichen Vormundschaft über seine Tochter. Vorwürfe, wonach er sie ausgenutzt habe, wies er zurück. Seine Anwältin Vivian Thoreen sagte per Video zugeschaltet, die Vormundschaft ihres Mandanten sei “tadellos” gewesen. Statt einen Ersatz einzusetzen, solle die Vormundschaft aber komplett beendet werden.

Die Vormundschaft sorgte im Laufe der Jahre für immer mehr Schlagzeilen. Britney Spears klagte im Juni in einer hochemotionalen Stellungnahme vor Gericht, sie sei “traumatisiert” und “deprimiert”: “Ich will nur mein Leben zurück.”

Mit dem Fall Britney Spears hatten sich zuletzt mehrere Dokumentationen befasst. Laut einer am vergangenen Freitag von der “New York Times” veröffentlichten Dokumentation soll Jamie Spears heimlich Überwachungsgeräte im Schlafzimmer seiner Tochter angebracht haben, um ihre Gespräche aufzuzeichnen. Der Vater dementiert jegliche widerrechtliche Überwachung der Sängerin.

Am Dienstag erschien mit “Britney vs. Spears” eine weitere Dokumentation im Streamingdienst Netflix. Darin heißt es, die Sängerin habe zu Beginn der Vormundschaft zwei Mal versucht, einen eigenen Anwalt zu beauftragen. Dies sei ihr aber verwehrt worden.

Quelle: AFP

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