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Taliban: Kämpfe in Afghanistan nicht in die Städte tragen

Copyright AFP Javed TANVEER

Die in Afghanistan vorrückenden Taliban wollen die Kämpfe nach eigenen Angaben nicht in die Städte hineintragen. Ein Taliban-Anführer rief am Dienstag die Bewohner umzingelter Städte beim Onlinedienst Twitter auf, sich stattdessen mit den Taliban in Verbindung zu setzen. Gleichzeitig warnte er die Türkei vor einer Einmischung in Afghanistan: Jede ausländische Truppenpräsenz werde als „Besatzung“ betrachtet. 

Von den „Bergen und Wüsten“ hätten sich die Kampfhandlungen mittlerweile an die „Türen der Städte“ fortbewegt, doch wollten die Taliban „keine Kämpfe innerhalb der Stadt“, erklärte Amir Chan Muttaki, einer der Anführer der radikalislamischen Miliz in der Botschaft. 

Er rief die Bewohner auf, die Taliban zu kontaktieren und so „Schaden an ihren Städten zu verhindern“. Bereits bei ihrer ersten Machtübernahme in den 1990er Jahren hatten die Aufständischen darauf gesetzt, Städte zu belagern und deren Aufgabe zu verhandeln. 

Parallel zum rasch fortschreitenden Abzug der US- und anderen Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Taliban in den vergangenen Monaten große Teile des Landes erobert. Dabei haben sie fast alle größeren Städte umzingelt.

Wenige Stunden nach der Nachricht explodierte im Zentrum der Hauptstadt Kabul eine Bombe und tötete vier Zivilisten, wie die Polizei mitteilte. Das Verteidigungsministerium meldete die Vertreibung der Taliban aus der Stadt Kala-i-Naw, die in der vergangenen Woche von den Taliban angegriffen worden war. 

Frankreichs Botschaft forderte seine Staatsbürger angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage am Dienstag zur Ausreise aus Afghanistan auf. Dafür werde ein kostenloser Sonderflug am kommenden Samstag organisiert. 

Das Auswärtige Amt in Berlin hatte deutsche Staatsbürger bereits am 1. Juli aufgefordert, Afghanistan zu verlassen. Ein Sonderflug sei aktuell aber nicht geplant, teilte das Ministerium mit. 

Nach eigenen Angaben kontrollieren die Taliban inzwischen 85 Prozent des Landes. Diese Darstellung kann allerdings nicht unabhängig überprüft werden und wird von der Regierung in Kabul bestritten. 

Laut afghanischen Regierungskreisen konzentriert sich die Armee des Landes jedoch mittlerweile darauf, die größeren Städte, wichtige Straßen sowie Grenzposten gegen den Vormarsch der Islamisten abzusichern.

Als Teil dieser Anstrengungen wurde vor einigen Tagen ein Luftabwehrsystem am Flughafen von Kabul installiert. Es soll die Hauptstadt vor Raketenangriffen schützen. Die Armee teilte mit, das System sei von „ausländischen Freunden“ geliefert worden, ohne diese Angaben zu präzisieren. 

Die Türkei hatte unlängst angekündigt, nach dem Abzug der US-Soldaten Sicherheitsinfrastruktur für den Kabuler Flughafen bereitzustellen. Die Taliban warnten die Türkei am Dienstag jedoch davor, ihre Truppenpräsenz in Afghanistan auszuweiten. Dies sei „verwerflich“ und verstoße gegen die „Souveränität und territoriale Integrität“ Afghanistans.

Der vollständige Abzug der US-Truppen aus Afghanistan soll bis Ende August vollzogen sein. Die Bundeswehr ist bereits seit Ende Juni nicht mehr in dem Land präsent.

Quelle: AFP

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