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Söder will Merkel in Entscheidung über Kanzlerkandidatur einbeziehen

CSU-Chef Markus Söder will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union für die Bundestagswahl im September einbeziehen. „Die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur sollte auch eng mit Angela Merkel abgestimmt werden“, sagte Söder der „Bild am Sonntag“. „Ein Unions-Kandidat kann ohne Unterstützung von Angela Merkel kaum erfolgreich sein“, hob der bayerische Ministerpräsident weiter hervor.

Zudem sollten für die Entscheidung auch Umfragewerte der möglichen Bewerber eine Rolle spielen, sagte Söder weiter. „Sie sind ein wichtiger Maßstab für die Akzeptanz von Personen und Programmen in der Bevölkerung.“

Die Union will in den kommenden Wochen über die Kanzlerkandidatur entscheiden. Als aussichtsreich gelten vor allem die beiden Parteichefs, also Söder selbst und CDU-Chef Armin Laschet. In Umfragen schneidet Söder jedoch seit Monaten deutlich besser ab als der NRW-Ministerpräsident. Allerdings ist die Union insgesamt in aktuellen Befragungen stark abgesackt und liegt aktuell nur noch bei 26 bis 27 Prozent.

Söder sagte der „Bams“ über seinen möglichen Rivalen: „Als Ministerpräsident des größten Bundeslandes leistet er großartige Arbeit.“ Es gehe bei der Entscheidung aber „nicht um die Frage von zwei Personen und deren persönliche Ambitionen, sondern um die Zukunft der Union und des gesamten Landes“.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner warnte davor, Umfragewerte zum Maßstab für die Kandidaten-Entscheidung zu nehmen. Wie schnell Umfragen sich ändern könnten, „sehen wir doch aktuell“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Bundeslandwirtschaftsministerin betonte, Söder und Laschet würden die Frage der Kanzlerkandidatur „zwischen Ostern und Pfingsten vertrauensvoll besprechen“.

Klöckner räumte ein, die Union stehe bei der Bundestagswahl vor einer besonderen Herausforderung, da Bundeskanzlerin Merkel nicht erneut antrete. Der Slogan „Sie kennen mich“ werde daher „in diesem Wahlkampf nicht funktionieren“.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wertete die schlechten Umfragewerte der Union als „ein Alarmzeichen“. Seehofer drängte deswegen auf eine rasche Entscheidung über die Kanzlerkandidatur: „Gleich nach Ostern müssen die personellen und inhaltlichen Fragen zügig geklärt werden“, sagte er der „Welt am Sonntag“. 

Die Union brauche in dieser Lage „ein knackiges Zukunftsprogramm“, aber auch „authentische Politiker“, insbesondere auch Politikerinnen, betonte Seehofer weiter. Dann habe sie „ein Riesenpotenzial“. Zur Frage der Kanzlerkandidatur wollte sich Seehofer nicht äußern.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak kündigte an, seine Partei wolle im Wahlkampf auf IT-gestützte Datenanalysen setzen, um Themen und Formate passgenau auf die jeweiligen Zielgruppen anzupassen. „Moderner Wahlkampf läuft immer datenbasiert. Das heißt, wir sprechen Themen bei Menschen an, die für sie auch relevant und wichtig für ihren Alltag sind“, sagte Ziemiak der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). Dabei solle es unter Einhaltung der Abstandsregeln auch den direkten persönlichen Austausch mit Wählerinnen und Wählern geben.

Quelle: AFP

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