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Polnische Marine beginnt mit Entschärfung von tonnenschwerer Weltkriegsbombe

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Wegen der Entschärfung einer tonnenschweren Weltkriegsbombe in einem Kanal im Nordwesten Polens haben am Montag hunderte Anwohner ihre Häuser verlassen müssen. Der Einsatz an der fünf Tonnen schweren Bombe mit dem Namen „Tallboy“ nahe der deutschen Grenze gilt als äußerst heikel. „Es ist eine Weltneuheit. Niemand hat jemals einen ‚Tallboy‘ entschärft, der so gut erhalten ist und sich unter Wasser befindet“, sagte der Sprecher der polnischen Marine, Grzegorz Lewandowski.

Die Entschärfung in der Nähe der Hafenstadt Swinemünde (Swinoujscie) werde voraussichtlich fünf Tage dauern, teilte die Marine mit. Die Arbeiten kommen demnach nur schleppend voran, da wegen des hohen Risikos jeweils nur ein Taucher an der Bombe arbeiten kann.

Rund 750 Anwohner in einem Umkreis von 2,5 Kilometern rund um den Einsatzort mussten ihre Häuser verlassen – einige von ihnen weigerten sich jedoch. Eine Anwohnerin sagte der Nachrichtenagentur AFP, die „Hauptgefahr“ bestehe ihrer Meinung nach in dem Risiko, sich in der Notunterkunft mit dem Coronavirus anzustecken. 

Auch der Schiffsverkehr in einem Umkreis von 16 Kilometern musste eingestellt werden. „Die kleinste Erschütterung könnte die Bombe zur Explosion bringen“, sagte Lewandowski. Eine kontrollierte Sprengung ist demnach ausgeschlossen, weil dabei eine Brücke in der Nähe zerstört werden könnte. Stattdessen versuchen die Experten, die Sprengladung zu verbrennen, ohne eine Detonation auszulösen. 

Die sechs Meter lange Weltkriegsbombe mit rund 2,4 Tonnen Sprengstoff war im vergangenen Jahr bei Baggerarbeiten gefunden worden. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich nahe der – ehemals deutschen – Stadt Swinemünde einer der wichtigsten Ostseestützpunkte der deutschen Marine. Die Bombe war 1945 von der Royal Air Force bei einem Angriff auf ein Kriegsschiff der Nazis abgeworfen worden. 

© Agence France-Presse




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