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"Polarstern" nach einem Jahr in Arktis zurück in Bremerhaven

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Erfolgreiches Ende einer historischen Arktismission: Planmäßig ist am Montag das Forschungsschiff „Polarstern“ von seinem einjährigen Aufenthalt in der Arktis nach Bremerhaven zurückgekehrt. Expeditionsleiter Markus Rex zeigte sich „hochzufrieden“ mit dem Einsatz. „Uns ist da Großes gelungen“, sagte er. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) lobte die „wahrhaft historische Dimension“ der Reise.

Die „Polarstern“ war der Mittelpunkt der internationalen Mosaic-Expedition zur Erforschung klimarelevanter Prozesse. An dieser hatten sich 20 Nationen beteiligt, als Budget standen 140 Millionen Euro zur Verfügung. Die Federführung hatte das deutsche Alfred-Wegener-Institut.

Expeditionsleiter Rex sagte nach der Rückkehr vor Journalisten, es lasse sich ohne Weiteres sagen, dass „die Expedition ein historischer Meilenstein war“. Sämtliche im Vorfeld formulierten hochgesteckten Ziele der Forscher seien erreicht worden. „Das Konzept für Mosaic ist wirklich aufgegangen.“ Damit sei Pionierarbeit gelungen. „Wir haben im letzten Jahr die Grenzen des Machbaren in der Arktisforschung verschoben.“

Rex erinnerte daran, dass als Folge der Corona-Pandemie die Expedition am Rand des Abbruchs gestanden habe. Mit einem beispiellosen Kraftakt sei es aber gelungen, das ganze Jahr zu vollenden und nicht nach einem halben Jahr aufzugeben.

Die Erkenntnisse der Wissenschaftler über das Fortschreiten des Klimawandels nannte Rex schon vor Auswertung der gesammelten Daten bedrückend. „Wir haben wirklich gesehen, wie das Eis verschwindet.“ Es sei augenfällig gewesen, „dass das Eis stirbt“. Wenn es so weitergehe, werde die Arktis absehbar im Sommer eisfrei sein. Schon jetzt sei die Eisschicht nur noch halb so dick wie vor 40 Jahren.

Forschungsministerin Karliczek sagte, es sei eine „Expedition wissenschaftlicher Superlative“ erfolgreich abgeschlossen worden. „Die Forscherinnen und Forscher haben einen einmaligen Datenschatz gehoben.“ Die „im Epizentrum des Klimawandels“ gehobenen Daten könnten nun dabei helfen, noch vorhandene Datenlücken zu schließen und so die Klimamodelle zu präzisieren.

Karliczek sagte, nur wenn die Forschung wisse, wie sich das Klima in der Arktis entwickle, lasse sich auch in Deutschland Vorsorge gegen den Klimawandel treffen. Das Aufhalten des Klimawandels sei aber eine nur gemeinsam zu bewältigende internationale Aufgabe.

Die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Antje Boetius, sagte, die Expedition habe „weit über unsere Grenzen des Wissens“ hinaus geführt. Es seien unzählige Proben und Daten gesammelt worden, die nun ausgewertet werden könnten.

Die Mosaic-Expedition, an der sich 20 Nationen beteiligten, wurde vom AWI geplant und geleitet. Es handelt sich um die größte und aufwändigste wissenschaftliche Unternehmung in der Polarregion, die es bisher gab.

Die „Polarstern“ ließ sich dabei an einer Eisscholle festfrieren und trieb mit dieser monatelang durch die Arktis. Rund um das Schiff entstand ein Netzwerk aus Messstationen. Deren Daten sollen Klimamodelle verbessern helfen.

In Bremerhaven begrüßten am Montag mehrere Schiffe während der Hafeneinfahrt das Forschungsschiff. An Land standen zudem zahlreiche Schaulustige.

© Agence France-Presse




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