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Pflegebeauftragter warnt vor Massenflucht aus dem Pflegeberuf

Copyright AFP/Archiv Christof STACHE

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, warnt vor einer Massenflucht aus dem Pflegeberuf angesichts der schlechten Arbeitsbedingungen. „Wenn wir nicht schnell das Ruder herumreißen, riskieren wir einen massenhaften Ausstieg aus dem Beruf“, sagte Westerfellhaus am Donnerstag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Pflegekräfte seien nach über einem Jahr Dauerstress in der Pandemie körperlich und seelisch erschöpft. Viele sähen sich nach beruflichen Alternativen um.

Es gebe bereits Hinweise darauf, dass im vergangenen Jahr tausende Pflegekräfte in Krankenhäusern und der Altenpflege aufgehört hätten, sagte Westerfellhaus. „Viele haben das Vertrauen in die Politik verloren, dass sich die Situation grundlegend ändert.“

„Wenn man wegen knapper Stellenpläne und des Personalmangels immer wieder aus freien Tagen oder gar dem Urlaub zurückgerufen wird, wenn man ständig das Gefühl hat, seinem eigenen Anspruch an den Job nie gerecht werden zu können, weil nur gehetzt werden muss, dann zermürbt das die Beschäftigten“, sagte Westerfellhaus. Es gebe ein „Gefühl der Ohnmacht“, betonte er. 

Westerfellhaus forderte Personalschlüssel, die sich am tatsächlichen Pflegebedarf orientieren und an der Leistungsfähigkeit der Pflegenden, „mit planbaren Arbeitszeiten und ohne Hetze“. Das gelte für die Kranken- wie für die Altenpflege.

Nötig sei zudem eine bessere Bezahlung. Zu dem vom Chef des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, geforderten Einstiegsgehalts von 4000 Euro für Pflegefachkräfte sagte Westerfellhaus: „Ich möchte keine konkreten Zahlen nennen, aber  die Tendenz stimmt.“ Er fügte hinzu: „Wenn sich Tarifpartner jetzt dafür loben, dass sie eine Lohnerhöhung von 70 Euro vereinbart haben, dann ist das doch wirklich lächerlich.“ Gebraucht werde jetzt eine „richtig kräftige Anhebung“.

Zudem verlangte der Pflegebevollmächtigte mehr Kompetenzen für die Pflegenden. „Examinierte Pflegekräfte können nach ihrer dreijährigen Ausbildung extrem viel, fühlen sich aber oft zu Assistenten der Ärzte degradiert“, sagte er. Sie seien in der Lage, Infusionen zu legen, die Wundversorgung zu übernehmen oder die Beatmungs-Entwöhnung zu steuern. 

„Die Ärzte müssen ihren Widerstand gegen eine Übertragung  von Aufgaben auf den Pflegenden endlich aufgeben“, forderte Westerfellhaus. „Sie müssen begreifen, dass eine flächendeckende Versorgung auch in ländlichen Regionen nur mit einer sinnvollen Arbeitsteilung zwischen Medizinern und Pflegekräften zu schaffen ist.“

Quelle: AFP

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