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Landesministerin Prien will Vizechefin der Bundes-CDU werden

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In der Debatte über die künftige CDU-Führung kommen neue Namen ins Spiel. Während sich potenzielle Kandidaten für den Parteivorsitz weiter bedeckt hielten, kündigte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Mittwoch eine Kandidatur als Vize-Vorsitzende an. Als möglicher Kandidat für den Chefposten wird nun auch Kanzleramtsminister Helge Braun genannt. Bislang galten vor allem Friedrich Merz und Norbert Röttgen als Anwärter.

Die 56-jährige Landespolitikerin Prien betonte, dass sie eigenständig für den Vizeposten kandidiere und nicht als Teil eines Teams. Derzeit scheine es nur noch darum zu gehen, „dass sich einzelne Kandidaten mit einer Schar weiblicher Mitstreiterinnen umgeben, die dann aber eher als Garnitur rüberkommen“, sagte Prien dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies sei „kurios“ und auch „nicht mein Selbstverständnis“. 

„Ich nehme für mich in Anspruch, eigenständige Akteurin zu sein“, sagte Prien. „Es geht für die CDU um mehr als um die Frage, wie die Herren aus NRW zu ihrem Recht kommen.“

Prien gilt in der CDU als meinungsstarke Vertreterin des liberalen Flügels. Seit 2017 ist sie Landesministerin in Schleswig-Holstein. Geboren wurde sie 1965 in Amsterdam, wohin ihre jüdischen Großeltern emigriert waren. Prien engagiert sich auch im Jüdischen Forum in der CDU.

Derzeit wird erwartet, dass der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz, der Außenpolitiker Norbert Röttgen und möglicherweise auch Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus ihre Kandidatur für den Parteivorsitz erklären. Alle drei stammen aus Nordrhein-Westfalen. Seit Samstag läuft die Bewerbungsfrist; bis Mittwoch hatte sich noch kein Kandidat für die Nachfolge von CDU-Chef Armin Laschet öffentlich erklärt.

Überraschend kam nun auch der Name von Kanzleramtsminister Braun ins Spiel. Bildungsstaatssekretär Michael Meister empfahl ihn im RND als neuen CDU-Vorsitzenden. „Helge Braun ist ein kluger Kopf mit Ideen für die Zukunft“, sagte Meister. „Er kann präzise Botschaften formulieren und durchdringt komplexe Sachverhalte.“ Braun wäre „eine Alternative zu männlichen Bewerbungen aus NRW“.

Meister gehört wie Braun dem hessischen CDU-Landesverband an. Der hessische Parteivorstand berät nach RND-Informationen am Freitag in einer Sondersitzung über Personalfragen. Braun gilt als enger Vertrauter von Kanzlerin Angela Merkel. 

Die Umfragewerte der möglichen Kandidaten bleiben unterdessen weiterhin schwach. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts Forsa sagten nur jeweils 17 Prozent, sie hielten Merz oder Röttgen für das Amt für geeignet. Unter den Unionsanhängern erreichte Merz 29 Prozent, Röttgen 19 Prozent.

Anwärter auf die Nachfolge von CDU-Chef Laschet können sich bis zum 17. November melden. Sie benötigen dafür die Unterstützung eines Landes- oder Bezirksverbands. Danach ist eine Mitgliederbefragung geplant.

Quelle: AFP

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