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Hunderte jüdische Pilger wollen ukrainischen Grenzübergang nicht verlassen

Copyright AFP GEOFFROY VAN DER HASSELT

Hunderte jüdische Pilger haben am Donnerstag weiter an der ukrainisch-belarussischen Grenze ausgeharrt. Sie weigern sich zurück nach Israel zu reisen, obwohl Kiew ihnen wegen der Corona-Pandemie die Einreise verweigert hat. “Sie tanzen, sie singen, sie beten”, sagte ein Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes. Die Pilger wollen für das jüdische Neujahr in die ukrainische Stadt Uman reisen, um das Grab von Rabbi Nachman zu besuchen, dem Gründer einer chassidischen Bewegung.

Die ultra-orthodoxen Pilger hatten sich auf den Weg gemacht, obwohl sowohl die ukrainische als auch die israelische Regierung die chassidischen Juden aufgefordert hatten, dieses Jahr nicht nach Uman zu reisen. Das jüdische Neujahr fällt dieses Jahr auf den 18. bis 20. September.

Trotz des Einreiseverbots weigerte sich der Pilger Itsik Cohen aus Jerusalem, den Grenzübergang zu verlassen. “Wir glauben an Gott, und wenn Gott es so will, müssen wir alles tun, um unsere Entschlossenheit bis zur letzten Minute zu zeigen”, sagte er. Den Aufruf zur Heimkehr durch den israelischen Hochschul- und Wasserminister Zeev Elkin lehnte der Pilger ab. “Elkin bestimmt nicht die Realität, es gibt einen Gott in der Welt”, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Der aus der Ukraine stammende Minister hatte am Donnerstag im Onlinedienst Twitter geschrieben: “Ich fordere unsere Bürger auf, nach Israel zurückzukehren und die Quarantäneanweisungen bei ihrer Ankunft einzuhalten.”

Seit Montag hätten 1216 Menschen, darunter 337 Kinder, versucht, die Grenze von Belarus in die Ukraine zu überqueren, erklärte der belarussische Grenzschutz. Die Behörde stellte den Menschen Lebensmittel und Zelte zur Verfügung. Minsk ließ die Pilger über die Grenze, Kiew will jedoch wegen eines starken Anstiegs der Corona-Fallzahlen bis Ende September keine Ausländer ins Land lassen.

Nach Angaben der ukrainischen Polizei trafen bisher 3000 chassidische Juden zu den Feierlichkeiten in der zentralukrainischen Stadt Uman ein. Die Behörden verschärften nach eigenen Angaben daraufhin die Sicherheitsmaßnahmen. 

Sowohl die Ukraine als auch Israel wollen einen weiteren Anstieg der Coronavirus-Infektionen verhindern. In der Ukraine wurden bislang mehr als 166.000 Corona-Fälle gemeldet, mehr als 3400 Menschen starben. Am Donnerstag meldeten die ukrainischen Behörden einen Rekordanstieg von 3584 Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden.

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