Copyright AFP/Archiv Christof STACHE

G20-Staaten setzen sich für weltweiten Zugang zu künftigen Corona-Impfstoffen ein

↓↓Nach Werbeanzeige gehts weiter↓↓

Die G20-Staaten haben sich die gerechte weltweite Verteilung künftiger Corona-Impfstoffe zum Ziel gesetzt und wollen dabei „keine Mühen scheuen“. Wie aus einem Entwurf der Gipfelerklärung hervorging, der AFP am Sonntag vorlag, bekennen sich die G20-Nationen zudem dazu, verschuldete ärmere Länder zu unterstützen, den Welthandel zu fördern und den Klimawandel zu bekämpfen. Nähere Angaben zu konkreten Schritten fehlen in dem Papier bei vielen Themen. 

„Wir haben Mittel zur Deckung des unmittelbaren Finanzbedarfs im globalen Gesundheitswesen mobilisiert, um die Forschung, Entwicklung, Produktion und Verteilung von sicheren und wirksamen Corona-Tests, Medikamenten und Impfstoffen zu unterstützen“, heißt es in dem Entwurf. Um einen „bezahlbaren und gerechten“ Zugang für alle Menschen zu garantieren, würden die G20 „keine Mühen scheuen“. 

Wie diese Maßnahmen finanziert werden sollen, geht aus dem Papier nicht hervor. Die endgültige Fassung der Gipfelerklärung soll am Sonntagabend veröffentlicht werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Teilnehmer der zweitägigen Online-Konferenz unter dem Vorsitz Saudi-Arabiens zu noch stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen.

Die G20-Nationen haben bislang mehr als 21 Milliarden Dollar (17,7 Milliarden Euro) zur Bekämpfung der Pandemie beigetragen. Unter anderen die EU und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatten die Gipfelteilnehmer vor dem virtuellen Treffen jedoch aufgefordert, mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Bei der WHO-Initiative ACT Accelerator, die eine gerechte Verteilung von Impfungen und anderen Mitteln gegen das Coronavirus weltweit sicherstellen soll, klaffe eine Finanzierungslücke von 4,5 Milliarden Dollar, hieß es.

Etwa ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie sind Massenimpfungen gegen den Erreger mittlerweile in greifbare Nähe gerückt. Viele Experten befürchten aber, dass reiche Länder sich praktisch alle Impfdosen sichern und Entwicklungsländer das Nachsehen haben könnten. 

Merkel appellierte in einer Videobotschaft am Samstag an alle G20-Staaten, den ACT Accelerator zu unterstützen. Eine globale Herausforderung könne „nur mit einer globalen Kraftanstrengung überwunden werden“, sagte Merkel. Am Sonntagnachmittag wollte sie sich zu den Ergebnissen des Gipfels äußern.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte eine „globale Antwort“ auf die Pandemie und erklärte, die Corona-Krise sei „ein Test für die G20-Staaten“. Der chinesische Präsident Xi Jinping rief die G20-Staaten auf, Impfstoffe „fair und effizient“ zu verteilen.

Auch der scheidende US-Präsident Donald Trump nahm an dem Gipfel teil. In einem kurzen Beitrag lobte er die Maßnahmen, welche die USA ergriffen hätten, „um die Schwachen zu schützen, bahnbrechende Behandlungsmethoden einzuführen und Impfstoffe und Therapien in rekordverdächtiger Geschwindigkeit zu entwickeln“, wie das Weiße Haus mitteilte. 

Zudem verteidigte er den Rückzug seiner Regierung aus dem Pariser Klimaabkommen zur Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs von 2015. Das Abkommen sei „den USA gegenüber sehr unfair“ gewesen, sagte Trump. Im Anschluss ging er Golf spielen. Der Entwurf der Gipfelerklärung bekräftigt das Engagement der G20-Nationen zur Bewältigung der „drängenden“ Umweltprobleme.

Angesichts der Pandemie gibt es auch vermehrt Forderungen an die G20-Staaten, Zahlungsausfälle bei Entwicklungsländern abzuwenden, etwa durch die Aussetzung des Schuldendienstes. In der vergangenen Woche hatten die Finanzminister der G20-Länder eine Initiative zur Schuldenaussetzung bis Juni nächsten Jahres verlängert. UN-Generalsekretär António Guterres und Aktivisten fordern jedoch eine Verlängerung der Initiative bis Ende 2021. 

Aus dem Entwurf der Gipfelerklärung geht keine feste Zusage zur weiteren Schuldenaussetzung hervor. Die G20-Finanzminister würden diese Option stattdessen im kommenden Frühjahr beraten, „wenn die wirtschaftliche und finanzielle Situation“ eine Verlängerung erfordere. 

© Agence France-Presse




Ulm TV - Der Sender für die ganze Region! Kontaktieren Sie uns per Kontaktformular auf www.ulm.tv/kontakt