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Französischer Konzernerbe Arnaud Lagardère verliert Macht

Firmenerbe Arnaud Lagardere
Copyright AFP/Archiv THOMAS KIENZLE

Einer der reichsten Konzernerben Frankreichs verliert die alleinige Kontrolle über das von seinem Vater aufgebaute Unternehmen: Arnaud Lagardère. Der Aufsichtsrat der Mediengruppe Lagardère bestätigte am Mittwoch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Vorgesehen ist demnach, dass Arnaud Lagardère für vorerst sechs Jahre Konzernchef bleibt. Lagardère gehört laut der Zeitschrift „Challenges“ zu den 50 bestbezahlten Firmenchefs in Frankreich, sein Vermögen wird auf mehr als 300 Millionen Euro geschätzt.

Zur Lagardère-Gruppe gehören unter anderem das traditionsreiche französische Verlagshaus Hachette, die Zeitschrift „Paris Match“ und der Radiosender Europe 1. Wichtige Aktionäre wie Vincent Bolloré vom Medienkonzern Vivendi und der britische Investmentfonds Amber hatten auf eine stärkere Beteiligung an den strategischen Konzernentscheidungen gedrungen. Sie sollen künftig Posten im elfköpfigen Verwaltungsrat besetzen können.

Bisher war die Lagardère-Gruppe als Kommanditgesellschaft organisiert, in der Arnaud Lagardère persönlich haftete und die alleinige Kontrolle hatte. Er hatte die Gruppe nach dem Tod seines Vaters Jean-Luc 2003 geerbt. Letzterer war ursprünglich im Luftfahrtsektor tätig und hielt zeitweise auch Anteile am Airbus-Vorgänger EADS.

Arnaud Lagardère betonte bei einer Telefonkonferenz, er akzeptiere die Entwicklung „ohne Groll und Reue“. Zum Ausgleich soll er Aktienoptionen im Wert von zehn Millionen Euro erhalten. Am 30. Juni soll die Hauptversammlung der Neuordnung zustimmen.

Quelle: AFP

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