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Eine Finanzexpertin, ein Kirchenmusiker und ein Juraprofi

Dass die FDP ihren Vorsitzenden Christian Lindner ins künftige Bundeskabinett schicken würde, war bereits lange klar. Seit Mittwoch steht nun auch fest, welche Liberalen die anderen FDP-Ministerposten übernehmen sollen:

VOLKER WISSING

Hätte die FDP ein Gesicht, es könnte das von Volker Wissing sein. Als Mann aus Westdeutschland mit Hochschulbildung und einem Faible für Finanzthemen ähnelt er nicht nur seinem Freund und Parteichef Lindner, sondern auch vielen anderen FDP-Mitgliedern. Seit rund einem Jahr prägt er die Liberalen als Generalsekretär an zentraler Stelle mit und führte den erfolgreichen Wahlkampf. Nun soll der 51-Jährige Minister für Verkehr und Digitales werden.

Der promovierte Jurist und ausgebildete Kirchenmusiker Wissing war nach Stationen als Staatsanwalt, Hochschullehrer und Richter 2004 erstmals in den Bundestag gekommen und blieb dort, bis die FDP 2013 den Wiedereinzug ins Parlament verpasste. Der verheiratete Vater einer Tochter machte sich als Finanzexperte einen Namen, zeitweise war er Vorsitzender des Finanzausschusses.

Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag widmete sich Wissing verstärkt der Landespolitik, wurde in seiner Heimat Rheinland-Pfalz Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau – in einer Ampel-Koalition. Auf Bundesebene nahm er an den letztlich gescheiterten Jamaika-Verhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 teil. 

MARCO BUSCHMANN

Der waschechte Ruhrpottler, aufgewachsen nahe dem Gelsenkirchener Parkstadion, ist ein wichtiger Vertrauter von Lindner und arbeitet als Erster parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion eng mit diesem zusammen. Nach dem Zivildienst studierte Buschmann in Bonn Jura, arbeitete als Rechtsanwalt bei einer internationalen Wirtschaftskanzlei und promovierte 2016 über das Eigentumsrecht in der Europäischen Union. Nun übernimmt der 44-Jährige das Bundesjustizministerium.

In der FDP ist Buschmann schon seit 1994, bald übernahm er Funktionen bei den Jungen Liberalen und in der Bezirkspartei. Von 2009 bis zum Ausscheiden der Liberalen 2013 saß Buschmann im Bundestag und beackerte für seine Fraktion vor allem die Rechtspolitik. Anschließend stieg er in der Partei auf, war Generalsekretär der NRW-FDP und Bundesgeschäftsführer. 

In der vergangenen Legislaturperiode fiel Buschmann im Bundestag mit pointierten Angriffen gegen die GroKo, aber auch gegen die AfD auf. Mehrmals war er an gemeinsamen Anträgen seiner Fraktion mit Grünen und Linken beteiligt, insbesondere beim Thema Wahlrechtsreform. 

BETTINA STARK-WATZINGER

Die Hessin, die das Ministerium für Bildung und Forschung übernehmen soll, ist bisher vor allem für ihre Expertise in Finanzfragen bekannt. Stark-Watzinger war ab Januar 2018 zwei Jahre Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag – danach wurde sie eine der parlamentarischen Geschäftsführerinnen ihrer Fraktion. 

Stark-Watzinger studierte Volkswirtschaftslehre in Mainz und Frankfurt und war anschließend bei einer Bank tätig. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt in Großbritannien und einer „Familienpause“, wie die zweifache Mutter es selbst nennt, ging sie an die European Business School in Oestrich-Winkel und arbeitete dort in der akademischen Koordination.

Ab 2008 war Stark-Watzinger Geschäftsführerin einer interdisziplinären Forschungseinrichtung in Frankfurt am Main. Daneben bekleidete sie verschiedene Funktionen in der hessischen FDP, deren Vorsitzende die 53-Jährige seit März ist.

Über Stark-Watzingers Pläne für das Bildungs- und Foschungsministerium ist bisher wenig bekannt. Im Koalitionsvertrag sind unter anderem eine Erhöhung der Bildungsausgaben von Bund und Ländern, eine Stärkung der frühkindlichen Bildung und ein „Digitalpakt 2.0“ angekündigt. Die designierte Ministerin selbst sagte „Bild live“, sie wolle ein „Kooperationsgebot“ schaffen, um eine „neue Zusammenarbeit“ mit den Ländern zu begründen.

Quelle: AFP

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