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"Die Macht des Rock and Roll" im Kampf gegen Bärenattacken

Copyright JIJI PRESS/AFP/Archiv STR

Mit Rock ‘n’ Roll will eine Präfektur im Norden Japans gegen die Gefahr von Attacken der dort lebenden Bären vorgehen. Wegen vermehrter Bärensichtungen in Iwate beauftragte die Präfektur zwei Altrocker, einen Rocksong zu schreiben, der über die Gefahren durch die Tiere und das richtige Verhalten bei einer Begegnung mit einem Bären aufklärt.

“Du denkst also, Bärenjunge sind süß?”, beginnt der Song, der mit jaulenden Gitarren und hämmerndem Schlagzeug ins Ohr geht. “Verwirf diese naive Denkweise! In der Nähe dieses Jungen ist eine Bärenmutter und sie wird Dich plötzlich angreifen!”

Gesungen wird der Warn-Song von zwei in die Jahre gekommenen Rockern, die ihn auch geschrieben haben. Sie geben darin Tipps, wie man sich bei der Begegnung mit einem Bären verhalten sollte, wie “Kehr ihm niemals Deinen Rücken zu und lauf weg” oder auch “Toter Mann zu spielen funktioniert nicht”. 

Der 69-jährige Sänger Yuuzen Taguchi sagte der Nachrichtenagentur AFP, diese Tipps hätten ihm selbst schon einmal geholfen, als er in der Nähe eines Feldes auf einen Bären getroffen sei. “Es ist furchteinflößend, wenn da einfach einer vor dir auftaucht”, erinnerte sich Taguchi. “Man will wegrennen, aber meine Großeltern haben mir vor Jahren gesagt, wenn ich je einen Bär treffen sollte, soll ich mich nicht umdrehen, sondern langsam rückwärts gehen.”

In Iwate hat die Zahl der Bärsichtungen zuletzt stark zugenommen. Gab es 2017 noch 700 Fälle, waren es vergangenes Jahr mehr als 3300. Die Behörden wollen den Warnsong daher nun bis Ende Oktober an Straßen und in Einkaufszentren spielen.

Der 61-jährige Kaoru Toudou, der den Bären-Song ursprünglich als Blues-Nummer komponiert hatte, kann sich auch vorstellen, Bärenattacken durch direkte Beschallung der Tiere zu verhindern. “Man sagt, Bären sind scheue Wesen, also denke ich, dass, wenn einer da draußen den Song hören würde, er wegrennen würde”, sagte Toudou. “Das ist die Macht des Rock and Roll.”

Quelle: AFP

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