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Bundesbank warnt vor über 6000 Unternehmensinsolvenzen im ersten Quartal 2021

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Die Deutsche Bundesbank rechnet spätestens zum Jahreswechsel mit einer deutlichen Zunahme der Unternehmenspleiten in Deutschland. Sobald staatliche Corona-Hilfen ausliefen und die Insolvenzantragspflicht wieder greife, „könnten die Insolvenzen im Unternehmenssektor spürbar steigen“ – um über 35 Prozent auf mehr als 6000 Fälle im ersten Quartal 2021, wie die Notenbank am Dienstag nach eigenen Schätzungen mitteilte. Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe wäre demnach betroffen.

Die Auswirkungen der Corona-Krise seien „noch nicht vollständig im Finanzsystem angekommen“ und die einsetzende konjunkturelle Erholung „fragil“, heißt es im vorgestellten Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank. „Der schwere Wirtschaftseinbruch lässt befürchten, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den kommenden Quartalen deutlich zunehmen wird.“

Eine Steigerung wie in vergangenen Krisen könnten die Banken nach entsprechenden Reformen zwar mittlerweile grundsätzlich verkraften: Das Finanzsystem habe sich bislang „als stabil erwiesen“ und müsse nicht wie in der Finanzkrise „repariert“ werden, erklärte die Vizepräsidentin der Bundesbank, Claudia Buch. „Die Banken funktionieren, die Kreditvergabe läuft“, betonte auch Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling.

Doch Entwarnung gibt die Bundesbank nicht, hat sie es doch mit einer bislang ungekannten Form von Krise zu tun. Die Folgen des „Corona-Schocks“ und mögliche „Abwärtsspiralen“ kann sie nach eigenen Angaben kaum vorhersagen. Demnach könnten die Insolvenzen sowie die damit verbundenen Kreditausfälle durchaus noch deutlicher zunehmen als erwartet – und die Kapitalquoten der Banken belasten. 

Damit diese am Ende nicht doch ihre Kreditvergabe einschränken und den Wirtschaftseinbruch verschärfen, sollten sie ihre aufgebauten Kapitalpuffer nutzen, „um weiterhin angemessen Kredite zu vergeben“, mahnte Buch. Wuermeling erklärte, es gelte, „gute von schlechten Risiken zu unterscheiden – und Kredite an gute Kreditnehmer auch zu vergeben“. Er forderte Banken ebenso wie die öffentliche Verwaltung auf, sich mit genügend und erfahrenem Personal auf die drohenden Insolvenzen vorzubereiten und die Vereinfachung von Insolvenzverfahren zu prüfen.

© Agence France-Presse




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