in

Benzema in Sextape-Affäre zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt

Karim Benzema
Copyright AFP/Archiv FRANCOIS GUILLOT

Der französische Fußballstar Karim Benzema ist wegen Beteiligung an einem Erpressungsversuch zu einem Jahr Haft auf Bewährung und 75.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. „Benzema war persönlich daran beteiligt, mit List und Lügen seinen Mannschaftskollegen (Mathieu Valbuena) dazu zu bewegen, auf die Erpresser einzugehen“, erklärte das Gericht in Versailles am Mittwoch in seiner Urteilsbegründung. Benzemas Anwälte kündigten an, in Berufung zu gehen.

Der 33-jährige Benzema war nicht zur Urteilsverkündung gekommen und hatte zuvor auch nicht an der Gerichtsverhandlung teilgenommen. In der sogenannten Sextape-Affäre ging es um ein Video mit sexuellem Inhalt, das vom Mobiltelefon Valbuenas stammte.

Neben Benzema wurden vier weitere Männer zu Haftstrafen zwischen 15 Monaten und zweieinhalb Jahren verurteilt, die den Erpressungsversuch eingefädelt hatten. Einer von ihnen hatte das Video bei einem Datentransfer zu einem neuen Telefon entdeckt und behalten. Sie drohten Valbuena mit der Veröffentlichung des Videos, um Geld zu erpressen.

Benzema hatte sich mit Valbuena getroffen und ihm nahegelegt, sich an eine „Vertrauensperson“ zu wenden. Er hatte betont, dass dies lediglich „ein freundschaftlicher Rat“ gewesen sei.

Die Richter hingegen urteilten, dass Benzema „keinerlei Wohlwollen“ gegenüber Valbuena gezeigt, sondern vielmehr „aufgeregt und mit Begeisterung“ gehandelt habe. 

Das Urteil geht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die lediglich zehn Monate Haft auf Bewährung gefordert hatte. Sie hatte während des Prozesses darauf verwiesen, dass der Nationalspieler ein Image vermittle und moralische Werte verkörpere.

„Ich hatte Angst um meine Sportlerkarriere in der Nationalmannschaft. Ich wusste, wenn das Video herauskommt, würde es für mich schwierig, in der Nationalmannschaft zu bleiben“, hatte Valbuena vor Gericht ausgesagt. „Ich habe mich bedroht gefühlt“, erklärte er. Er habe niemals zahlen wollen. 

Die Polizei hatte einen als Vermittler getarnten Beamten eingesetzt und die Telefone der Verdächtigen abhören lassen.

Benzema und Valbuena wurden in der Folge der Affäre vorerst nicht mehr für die französische Nationalmannschaft aufgestellt. Im Mai änderte Nationaltrainer Didier Deschamps seine Haltung und nominierte den Stürmer von Real Madrid überraschend für die EM. Valbuena wurde bislang nicht wieder nominiert.

Um seine sportliche Karriere braucht Benzema sich nach dem Urteil keine großen Sorgen zu machen. „Benzema wird im Fall einer Strafe nicht ausgeschlossen werden“, betonte kürzlich der Präsident des französischen Fußballverbands, Noël Le Graët.

Benzemas Anwälte zeigten sich geschockt von dem Urteil. „Es ist sehr streng und ungerecht“, sagte der Anwalt Paul-Albert Iweins. Der Anwalt von Valbuena, Didier Domat, sagte, sein Mandant sei „erleichtert“, dass sein „Status als Opfer“ nun anerkannt sei. 

Quelle: AFP

Benzema in Sextape-Affä…

Ampel-Parteien stellen Koalitionsvertrag vor

Ampel-Parteien legen Koalitionsvertrag "Mehr Fortschritt wagen" vor